Der Kreis Groß-Gerau veranstaltet einmal im Jahr eine Fachkonferenz, das Klimasymposium „Klima im Fokus“. Traditionell stehen hier Fachvorträge von Expertinnen und Wissenschaftlern zum Thema Klimaschutz im Mittelpunkt – hinzu kommt die Preisverleihung zum Energiewettbewerb des Kreises.
Das nächste Klimasymposium „Klima im Fokus – klimafitte Schulen“ findet am 11. Juni 2026 von 09:30 Uhr bis ca. 12:00 Uhr statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Um Anmeldung wird gebeten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Programm mit Anmeldemöglichkeit: Einladung-Klimasymposium-2026-DINA4
Das Klimasymposium 2025 „KLIMA IM FOKUS – FAKTENCHECK ENERGIEWENDE“ fand am 27. Mai 2025 im Landratsamt statt.
Nachbericht zum Klimasymposium 2025
Energiewende: Wo Fakten zählen
Der Fachdienst Klimaschutz hatte dazu eingeladen und Vorträge sowie die Preisverleihung zum Energiewettbewerb 2025 im Landratsamt Groß-Gerau organisiert. Rund 80 Teilnehmer*innen waren bei der Veranstaltung dabei.
Der Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Groß-Gerau, Adil Oyan, begrüßte und betonte, dass rund 85 Prozent der Treibhausgase energiebedingt seien. Er unterstrich: „Abwarten ist keine Option mehr, denn 2024 ist die globale 1,5-Grad-Marke erstmals überschritten worden.“ Laut Oyan ist die Energiewende nicht nur ökologisches Muss, sondern auch wirtschaftlicher Motor: In Deutschland seien bereits rund 400.000 Menschen in der Branche tätig – Tendenz steigend.
Weiter ging es mit Vorträgen zweier ausgewiesener Experten, vorgestellt vom Moderator Christian Döring: Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell, Autor des EEG-Entwurfs 2000 und Präsident der Energy Watch Group, motivierte mit einem engagierten Vortrag. Gleich zu Beginn wies er darauf hin, dass dort, wo Erdöl und Erdgas ist, meist auch Krieg sei – 100 Prozent Erneuerbare Energien dagegen schüfen Frieden. Laut Fell hätten „Scheinlösungen für den Klimaschutz“ wie – so Fell – Atomkraft, blauer Wasserstoff und CCS den Klimaschutz vielmehr verhindert. Auch die Abhängigkeit von China, z. B. bei PV-Modulen, sei ein Problem. Hans-Josef Fell hatte aber auch gute Nachrichten: In Deutschland seien etwa 70 Prozent der Erneuerbaren Energien in der Hand von Bürgerinnen und Bürgern, Strom aus erneuerbaren Energien sei bereits heute regelmäßig günstiger und erneuerbarer Strom stärke zudem die Stabilität des Stromnetzes.
Anschließend referierte der Darmstädter Professor für Energiewirtschaft Sebastian Herold: Wie sieht das Gesamtsystem der Zukunft aus? Laut Herold anders als heute. Klimaschutz, Energiewende und Digitalisierung würden es verändern, Erneuerbare Energien ansteigen, aber fossile Energien auch 2045 noch eine Rolle spielen. Der Professor wies zugleich auf den voraussichtlich steigenden Strombedarf für Wärme und Mobilität hin und skizzierte die Notwendigkeit von Speichern und Netzflexibilisierung. Beim Thema Wasserstoff würden laut Herold Importe zukünftig die größere Rolle spielen.
Der Professor schlussfolgerte, dass eine technisch und wirtschaftlich erfolgreiche Energiewende die beste Werbung für den Klimaschutz sei. Anschließend stellten sich die beiden Referenten und Adil Oyan Fragen und Diskussion. Kritisch reflektiert wurde unter anderem, ob und wann sich die verlustreiche Umwandlung von Strom in Wasserstoff lohnt.
In der zweiten Hälfte folgte die Preisverleihung zum sechsten Energiewettbewerb des Kreises. Adil Oyan übergab die Urkunden und als Preise Baumarktgutscheine. Wie in den Vorjahren wurden wieder beeindruckende Beiträge prämiert – dieses Mal sechs an der Zahl: Das Unternehmen Coreum aus Stockstadt am Rhein hat mit einem innovativen, klimarobusten Baumhain einen besonderen Ort für Mensch und Tier geschaffen. In der Kategorie Privatpersonen ging der erste Platz an Rene Hemmerle aus Mörfelden-Walldorf, der zweite nach Nauheim an Tobias Schmidt und die Wohnungseigentümergemeinschaft Schmidt, der dritte Platz an Anika Bergmann, Stockstadt am Rhein, ein weiterer dritter Platz an Bettina und Dr. Dirk Martin aus Bischofsheim und der Sonderpreis an Uwe und Christiane Maier, Ginsheim-Gustavsburg.
2025 gefördert durch
Das Klimasymposium 2024 „KLIMA IM FOKUS – ABFALL, RECYCLING & KREISLAUFWIRTSCHAFT“ fand am 04. Juli statt.
Unser Veranstaltungsclip:
Klimasymposium zeigt Lösungen auf
Wie sich Abfallmengen reduzieren lassen
KREIS GROSS-GERAU – Die Müllberge wachsen weiter. Eine aktuelle Studie des UN-Umweltprogramms prognostiziert weltweit 65 Prozent mehr Abfall bis 2025 – mit erheblichen Auswirkungen für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft. Mögliche Lösungen zeigte das Klimasymposium des Kreises Groß-Gerau „Klima im Fokus – Abfall, Recycling und Kreislaufwirtschaft“ auf. Der Fachdienst Klimaschutz hatte Anfang Juli zu Vorträgen, Mitmachaktionen und zur Preisverleihung zum gleichnamigen Schulwettbewerb ins Landratsamt eingeladen und begrüßte nahezu 140 Teilnehmende, darunter viele Schülerinnen und Schüler.
Erster Kreisbeigeordneter Adil Oyan unterstrich einleitend, dass Kunststoff unsere Lebensweise seit Jahrzehnten prägt, aber oft rohstoffintensiv und zugleich kaum zersetzbar ist. „Das betrifft aufgrund zunehmender Verschmutzung und langer Zeiträume uns alle“, sagte Oyan, „vor allem aber junge Menschen“.
Es folgten drei Kurzvorträge, jeweils anmoderiert von Axel Schiel: Stefan Metzger, Geschäftsführung Abfall-Wirtschafts-Service GmbH (AWS), räumte engagiert mit einigen Mythen auf. Laut Metzger müssen Plastikverpackungen nicht gespült, verschiedenfarbige Glasflaschen dagegen sehr wohl getrennt werden und giftige und wasserschädliche Zigarettenkippen gehören keinesfalls auf den Boden geworfen.
Imke Eichelberg, Gemeinnützige Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling mbH (GWR), gelang es, für alle Altersgruppen ansprechend in das Thema einzuleiten und darzustellen, wie Abfall, Recycling und Kreislaufwirtschaft zu einer besseren Zukunft für alle beitragen: Eichelberg erklärte zunächst, dass es Abfall in der Natur (fast) nicht gebe, und erläuterte anschließend, wie sich die Abfallwirtschaft im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert hat – von der Wiederverwendung im Mittelalter über die beginnende Industrialisierung bis hin zur chemischen Industrie. Die Lösung heutiger Müllprobleme liegt laut Eichelberg in der Kreislaufwirtschaft.
Anschließend bezog Carla Seliger, Mitarbeiterin im Projekt „Plastik sparen beim Einkaufen und unterwegs“ der Verbraucherzentrale Hessen, die Schüler*innen zunächst interaktiv in ein Plastik-Quiz ein und dann zur Herstellung plastikfreier Kosmetika – die jungen Menschen produzierten diese selbst in einem Workshop. In Erinnerung wird manchem bleiben, dass wir, laut Seliger, jede Woche 5 Gramm Mikroplastik pro Person zu uns nehmen; das entspricht etwa einer Kreditkarte.
Parallel zu den Vorträgen gab es Mitmachstationen im Foyer. Dort bot die Kreisverwaltung den jungen Menschen Solarexperimente, ein CO2-Fußabdruckspiel und eine Carrera-Bahn mit Kurbelantrieb an. Weiterhin wurde die PV-Anlage ausgestellt, die der Fachdienst Klimaschutz den Schulen zum Ausleihen anbietet. Nebenan konnten die Schulen außerdem Ausstellungsstücke zu ihren Wettbewerbsbeiträgen zeigen.
Preisverleihung Schulwettbewerb
In der zweiten Hälfte der Veranstaltung folgte die Preisverleihung zum Schulwettbewerb des Kreises. Im Ergebnis wurden alle zehn Beiträge prämiiert. Adil Oyan übergab die Urkunden und die Sachpreise, die durch finanzielle Unterstützung der AWS aus Büttelborn möglich wurden.
Die ersten Plätze gingen an die Neue Grundschule Raunheim für den Beitrag „Nachhaltigkeit im Alltag – Umgang mit Papier“, die Anne-Frank-Schule, ebenfalls aus Raunheim, für ökologische und politische Projekttage zu Papier, Plastik und Lebensmitteln, das Gymnasium Gernsheim für den dort eingesetzten „Pfand-O-Maten“ und an die Werner-Heisenberg-Schule in Rüsselsheim für ein Bewässerungssystem und Tragetaschen aus Kaffeeverpackungen.
Zweite Plätze gingen an die Pestalozzischule Raunheim und die Alexander-von-Humboldt-Schule in Rüsselsheim, dritte Plätze an die Grundschule Leeheim und die Gerhart-Hauptmann-Schule aus Rüsselsheim. Den Innovationspreis errang die Gustav-Heinemann-Schule, ebenfalls in Rüsselsheim, für einen Beitrag zu kompostierbaren Einwegtüten aus Biokunstoff und zu Papier aus Blütenpollen.
Das Klimasymposium wurde vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat gefördert.
2024 in Kooperation mit
2024 gefördert durch
Das Klimasymposium 2023 „Klima im Fokus – Energiesystem der Zukunft“ fand am am 20. September statt.

Klimasymposium 2023
UNO-Generalsekretär António Guterres spricht angesichts der fortschreitenden Erderwärmung bereits von einer „Ära des globalen Kochens“. Um ein klimaverträgliches oder zukunftsfähiges Energiesystem zu verwirklichen, sind viele Akteure gefragt: Mutige Politiker*innen, Kommunen, Unternehmen und Stadtwerke. Und das Land steht vor einer großen Herausforderung – technisch und finanziell, vor allem aber gesellschaftlich. Das ist die zentrale Erkenntnis des Klimasymposiums „Energiesystem der Zukunft“. Der Kreis Groß-Gerau hatte vor wenigen Tagen das Thema im Landratsamt mit mehr als 80 Gästen diskutiert.
Der Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Groß-Gerau, Adil Oyan, betonte, dass die Energiewende eine umfassende Transformation des gesamten Energiesystems erforderlich mache. Auch der Kreis Groß-Gerau könne den Weg in Richtung Autarkie beschreiten und sei damit Teil der Klimawende. Es folgten kurze Vorträge dreier Hochschullehrenden, die vom Moderator Christian Döring vorgestellt wurden: Prof. Uwe Leprich, Experte für wirtschaftspolitische Nachhaltigkeitsstrategien an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, skizzierte Herausforderungen und Lösungen auf dem Weg zu einem zukunftsverträglichen Energiesystem. Laut Leprich benötigt ein solches Energiesystem eine breite Akzeptanz, die durch soziale Ausgestaltung gekennzeichnet sein müsse. Die kommende kommunale Wärmeplanung sei dabei ein wichtiger Baustein, könne sie doch die Hauseigentümer*innen und Mieter*innen entlasten. Und: Atomenergie spielt in Zukunft – wenn überhaupt – für den Experten nur eine sehr kleine Rolle. Es werde sich weiterhin alles um Energieeffizienz und den Ausbau der Erneuerbaren Energien drehen.
Die beiden Elektrotechnik-Fachleuten Prof. Jutta Hanson von der Technische Universität und Prof. Peter Birkner vom House of Energy e. V. Kassel zeigten auf, welche technischen Lösungen möglich sind: Die Energieerzeugung werde künftig noch dezentraler sein – das sei gut, stelle aber zunehmend Anforderungen an die Netze. Es gehe um Netzausbau und Speichertechnologien. Gleichzeitig werde Sektorenkopplung immer wichtiger, also beispielsweise die Umwandlung von Strom in Wärme durch Wärmepumpen oder die stromgestützte Erzeugung von Wasserstoff.
Damit Deutschland seine Ziele erreichen könne, seien zudem Kohlendioxidsenken nötig – also z. B. Produkte, die das schädliche Klimagas speicherten. Eine Besonderheit Hessens sei, dass das Bundesland ein Energie-Importland sei und bleibe, was beispielsweise mit dem raschen Ausbau von Rechenzentren (Nähe an De-Cix), der Fraport oder dem Transitverkehr zusammenhänge. Die Menge an Erneuerbaren Energien schwanke in Hessen aktuell um die 30 Prozent, müsse sich aber bis 2045 verdreifachen. Die drei Fachleute waren sich einig: Die Erneuerbaren Energien müssen weiter ausgebaut werden und die Kommunikation zwischen Bürger*innen, Unternehmen, Politik und Verwaltung besser ausgestaltet werden.
Anschließend stellten sich die drei Hochschullehrenden der Diskussion, gemeinsam mit Adil Oyan, Dirk Klingenberg von den Stadtwerken Rüsselsheim und Jürgen Schmidt von der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e. V. In seinem Eingangsstatement erläuterte Dirk Klingenberg die Rolle der Stadtwerke und mahnte die Politik – auch die kommunale – zu mutigen Entscheidungen, wie Netzausbau, Nutzung von Abwärmepotenzialen, Sanierungsmaßnahmen und Energieeffizienz. Jürgen Schmidt legte dar, weshalb seiner Ansicht nach Wasserstoff unverzichtbarer Teil der Energiewende sei. Es schloss sich eine rege Diskussion an. Christian Dörings Fazit am Ende der Veranstaltungen: Alle könnten einen Beitrag leisten, damit die Klimawende gelinge.
Ein herzliches Dankeschön auch an die Stadtwerke Groß-Gerau Versorgungs GmbH, die Stadtwerke Rüsselsheim GmbH und die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH für die Unterstützung des Klimasymposiums 2023!
Das Klimasymposium 2022 „jugendliches Engagement für einen grünen Planeten“ hat am 22.07.2022 stattgefunden. Herzlichen Dank für die tollen Beiträge, Diskussionen und das Engagement!
Die Broschüre mit den Wettbewerbsbeiträgen 2022 finden Sie hier: Broschüre Energieförderpreis 2022
Und hier das Video zum Klimasymposium 2022:
Klimasymposium: Rückblick 2021
Videos zum Klimasymposium 2021 mit Energiewettbewerb finden Sie hier: Vortrag Prof. Schulze, Vortrag Prof. Loske, 1. Platz Privathaushalte, 1. Platz Unternehmen.
Hier außerdem das Video zum Symposium:




